Sonntag, 16. August 2009

Mischka allein zu Haus

Wenn Frauchen oder Herrchen ohne mich mit den Worten „Ich komme gleich wieder“ in ihr Auto steigen, was zugegeben selten vorkommt, kann das unbestimmte Zeitwort „gleich“ eigentlich nur bedeuten: „Leg Dich nieder Hund und warte, denn es kann dauern.“ Ganz bestimmt spät wird es aber, wenn beide einsteigen und diesen Spruch ablassen.
Neulich nun hatte ich aber keinen „Bock“ zu warten. Als ich schnell das Abschieds - Leckerli runtergeschluckt hatte, verriet mir ein Blick aus dem Fenster, dass die Luft schon rein ist.
Wie schon als Welpe gelernt und natürlich nicht vergessen, wie meine Menschen gutgläubig bisher dachten, kletterte ich flugs über das erste einen Meter hohe Gartentor. Natürlich machte ich mir nicht die Mühe durch Büsche und Hecken zu kriechen, um auf die Straße zu gelangen. Dafür ist schließlich die Hoftür mit einer Klinke da.
Ausgerechnet in dem Moment sah ich eine Nachbarin aus ihrem Haus an der Spree treten. Sie kam auch noch in meine Richtung gelaufen.
Also setzte ich mich ganz brav vor die offene Hoftür, gerade so, als würde ich hier wachen. Ich schaute demonstrativ aufmerksam in alle Richtungen. Als die Nachbarin mich daraufhin lobend ansprach, nahm ich dies wohlwollend zur Kenntnis, gerade so, als müsse es so sein.
Diese Gefahr war gerade vorüber und ich hatte mich zum weiteren Werdegang noch nicht entschlossen, da vernahm ich erneut Stimmen.
Die gehörten aber zum Glück einer Mutter mit zwei Kindern, welche ebenfalls in meine Richtung liefen. Beim Anblick der Kinder schlug mein Herz gleich höher. Es gibt doch nichts schöneres, als mit so kleinen Zweibeinern, die irgendwie charakterlich einem richtigen Airedale sehr, sehr nahe stehen, herumzutollen.
Also ging ich kurz entschlossen mit ihnen, zumal ich gleich erschnuppert hatte, dass diese Familie nur wenige Häuser weiter wohnt.
Weil man sich offenbar nicht sicher war, was meine Menschen sagen würden, wenn ich ohne Erlaubnis dort zu Besuch bleibe, sollten mich die Kinder aber wieder nach Hause bringen.
Natürlich bin ich brav mit ihnen gegangen. Schließlich mussten sie doch sehen, dass bei mir niemand zu Hause ist, es meinen Menschen also sicher egal wäre, wo ich mich aufhalte.
Trotzdem versuchten sie mich zweimal auf meinem Hof „abzuladen“, doch jedes Mal kurz, bevor sie wieder bei sich zu Hause waren, sprang ich schon wieder um sie herum.
Sie gaben schließlich nach und es wurde einer der vergnüglichsten Vormittage, die ich in meinem Hundeleben bisher hatte.
Dort war nämlich ein richtig großer Pool und, was am wichtigsten war, niemand hatte etwas dagegen, dass ich dort hineinsprang. Zusammen mit den beiden Mädels in meinem Element, dem Wasser – schöner ging es einfach nicht. Ich konnte auch gleich vorführen, wie gut ich klettern kann. Dann waren wir auch noch an der Spree, die am Grundstück von ihnen direkt vorbeifließt. Auch dort durfte ich nach Herzenslust hineinspringen, schwimmen und tauchen.
Die Zeit verging, wie im Fluge. Und dann war offenbar „gleich“ tatsächlich eingetreten, denn Frauchen und Herrchen standen plötzlich mitten im Spiel da und wollten mich abholen.
Natürlich freute ich mich. Allerdings musste ich ihnen auch gleich zeigen, womit ich an diesem Tag die langweilige Warterei abgekürzt hatte. Ich drückte ihnen also kurz meine nassen Moderpfoten auf die guten Klamotten. Leider überredete mich Herrchen dann mit „Gewalt“ in das Auto einzusteigen. Er klemmte mich einfach unter seinen Arm und setzte mich hinein. Sonst wäre ich vielleicht noch ein Stündchen oder auch zwei geblieben.
Sei diesem Tag stehe ich nun ständig unter Kontrolle. Einer von beiden ist immer da oder ich werde auch auf kurzen Wegen mitgenommen. Warum eigentlich?

Kommentare:

  1. Waaas ein toller Tag für einen alleingelassenen Hund. Boah, wie ich dich beneide. Aber ich brauch das nicht zu versuchen, ich komm aus der Wohnung nicht raus. Die Türklinke geht zwar runder, aber die Tür nicht auf. Das hab ich damals gleich ausprobiert, als ich hier eingezogen bin. Man kann die Versuche sehen. ;)

    Ich sag dir was: Sie werden ganz pingelig versuchen, ein zweites Abenteuer zu verhindern. Wetten? In dem Punkt sind sie unheimlich humorlos.

    Sehr verständnisvoll
    das BamBam

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  2. Ach, was du für einen schönen Tag hattest! Tja, sind die Pinkies selber schuld... hätten dich doch nicht alleine lassen brauchen, na klar kommst du da auf Ideen. Bist doch 'n Airedale!
    Inky: Übrigens, ich hätte auch gerne Nachbarn mit 'nem Pool...

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  3. Aaaaah! Also so ein tolles Abenteuer haette ich auch gern, komplett mit Zweibeiner Kinder! Das gibt es hier leider nicht! :(
    Naja, Tueren aufmachen koennen wir schon (und wie Bambam kann man auch die Versuche sehen!) aber dann haben unsere Mutti und Papa den Garten 'Houdini-sicher' gemacht, und Finni als er einmal im Vodergarten war, welches ein grosses Loch in der Hecke hatte, hat nur dafor gestanden und alles angebellt - Wachhund!!!!
    Ich bin nur einmal ueber die Mauer gesprungen aber Mutti barrikadiert dann immer alles ein ...
    Nibbles
    Nelly xx

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  4. hihi... wie lustig. man muss sich eben zu helfen wissen! :O)

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