Montag, 19. Oktober 2009

I had a dream

....ich bin am Ozean und dieser ist verschwunden.
Und genau so habe ich es erlebt.

Samstag fuhr ich meine Tante an das Grab ihres Mannes. Ein großer Soldatenfriedhof, südwestlich von hier, in Richtung San Diego. Der Friedhof ist ein herrlicher Park, sauber gepflegt. Tausende von Gräbern. Ein sehr heißer Tag mit mindestens 40 Grad im Schatten und kitsch-blauen, wolkenlosem Himmel.
Danach sollte es zum Pacific gehen. Ein stärkendes amerikanisches Frühstück zum frühen Nachmittag- ich esse das sehr gern- und wir fuhren weiter, der Sonne und dem Ozean entgegen.
Die Interstate 5 läuft an einer Stelle ganz eng am Ozean vorbei. Aber plötzlich war die Sonne weg, dichter Nebel. Alles grau. Der Ort, den wir für den Strand anfahren wollten, war ebenfalls in dichte graue Watte gepackt. Wir haben den Pacific nur gerochen. Herrlich!
Ganz so traurig war ich dann doch nicht, weil ich weiß, dass ich noch nach Santa Monica komme. Am Donnerstagvormittag werde ich dort sein, denn mein Rückflug ab LA ist erst am späten Nachmittag,

Der Eingang zum Friedhof




leben in den Weiten der Wüste. Außerhalb einer Stadt. Für mich wär das nichts.
Fotos entstanden während eines Besuchs bei Bekannten. Der See ist künstlich angelegt.








Wüstengewächse

Sonntag, 18. Oktober 2009

Easy Rider

Ich habe von Kind an eine Phobie gegen motorisierte Zweiräder. Mein Vater hatte bis zu meinem 7. Lebensjahr ein Motorrad mit Beiwagen als Familienfahrzeug. Als Vaters Tochter habe ich ihm nie gesagt, dass ich Angst habe. Er dachte immer es macht mir Spaß, wenn wir die Kippen ausgekohlter Tagebaue rauf und runter fahren. Heute ist das eine Sportart. Mit 14 Jahren machte ich meine Mopedprüfung, weil jeder das machte. Mit 18 Jahren meinen ersten Fahrversuch. Ich ließ die Kupplung schnipsen, gab Gas und das Moped reagierte wie ein wildgewordenes Pferd. Es ging vorn hoch und ich wollte nie wieder fahren. Viele Jahre später, ich fuhr schon lange Auto, setzte ich mich zum Spaß noch einmal auf ein Moped und fuhr damit, als hätte ich es schon immer getan. Aber so richtig wolle am Motorradfahren nie Freude aufkommen. Mit 4 Rädern fühlte ich mich immer sicherer. …bis vor ein paar Tagen.

Es war wirklich….ich benutze das Wort nicht gern, aber es passt: Geil.

Nach kurzer Zeit fühlte ich mich ganz sicher, so dass ich auf der Rückfahrt von unserer Wüstentour die große Kamera auf dem Schoß hatte und freihändig während der Fahrt Fotos machte.
Das wurde nun überall erzählt. `Ne verrückte Deutsche, die mit ner „Riesencam“ beim cruisen im Dauerfeuer Fotos schießt.







Wir werden Dienstag noch eine weitere Tour zum Sonnenuntergang in die Wüste starten. Und ich brauche unbedingt ein Foto, wo ich hintendrauf hänge. Weiß noch nicht, ob das meine Tante hinbekommt.

Mischkanachrichten

Über den Meesenger spreche ich täglich mit meiner Familie. Auch mein großes Enkelkind Till (2. Klasse) schreibt mir schon Sofortnachrichten. Sie kennen die Zeit, zu der ich online bin und "kling" melden sie sich an. Heute morgen fand ich eine Nachricht von meinem Mann über Mischka vor, die ich hier kopiere:

"Da habe ich vor Lachen regelrecht flach gelegen, wie der mit dem Teppich hin und her gerutscht ist und dabei seine "bedrohlichen Bärengeräusche" abgelassen hat. Nun liegt er auch schon wieder knurrend hinter mir mit seinem Knotenstrick im Maul. Trotz seiner zeitweisen Aufdringlichkeit ist es ein Süßer, wenn er am Nachmitteg (Zeit, zu der Du sonst etwa nach Hause kommst) ins Büro kommt.
Er klettert dann an mir hoch und fordert kuschelnd und etwas "nappelnd" sein Recht ein. Da würden auch steinerne Herzen weich werden! Ich bin schon gespannt, wie er Dich empfangen wird. Allerdings werde ich ihn nicht mit zum Flugplatz bringen. Der Empfang findet dann erst hier statt.... "

Was habe ich doch für Heimweh....komischerweise am meisten nach Mischka.
Und dabei gibt es eine Menge Erlebnisse, die ich hier habe und eigendlich einstellen sollte. Doch die Zeit ist inzwischen knapp. Eine Harley-Tour hat stattgefunden, eine weitere wird folgen.
Den Vormittag werde ich am Pool verbringe und zwischendurch, wenn mir zu heiß ist, Bilder sortieren und einstellen. Es ist wieder richtig heiß geworden. Gestern hatten wir um die 40 Grad.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Shopping-Enttäuschung

Es hat natürlich nicht geregnet. Aber morgen gibt es auch noch eine Chance.
Ich glaube, hier hat es die Natur bitter nötig. Überall wohin man schaut, sieht man vertrocknete Vegetation.
Mein Tag war so ziemlich erfolglos.
Die Timberlandschuhe waren mir alle zu schwer. Leider gibt es in den USA kein Jack Wolfskin.

Mein "kleines" Auto im Vordergrund. Ein Lincoln.


Hier in der Stadt sind viele Geschäfte seit meinem letzten Besuch kaputtgegangen. Auch in den großen Malls an der Interstate 15 zwischen Los Angeles und Las Vegas sieht es traurig aus. Große Teile sind leergeräumt.
Schwarzeneggers Kalifornien pfeift auf dem letzen Loch.
Das Wasser ist zum Beispiel so teuer geworden und rationiert, dass viele Menschen ihren Rasen vor dem Haus herausnehmen und die Flächen mit Kieselsteinen oder farbigen Schotter belegen. Wer das Geld nicht hat und das werden immer mehr, lässt den Rasen einfach vertrocknen.
Der Spiegel berichtete vor etwa einem viertel Jahr von Kaliforniern, die ihren vertrockneten Rasen einfach grün spritzen. Aufgefallen ist es mir noch nicht, aber ich kann mir das vorstellen. Prima Idee, wenn es nicht regnet.

Vom Parkplatz aus gesichtet: Panne in der Wüste,

(alle Bilder sind mit einem Klick in der Vergrößerung zu sehen.)

Montag, 12. Oktober 2009

Es soll regnen

...aber ich kann das noch nicht glauben. Alle Leute warten sehnsüchtig. Richtigen Regen hat es schon jahrelang nicht gegeben. Deshalb brennen ja jedes Jahr die Berge hinter Los Angeles zur Hight Dessert. Heute morgen schien nicht die Sonne. Kein langweiliger blauer Himmel wie immer. Grau ist auch eine schöne Farbe. *gg*
Ich hatte gestern meinen faulen Sonnentag und baden im Pool.
Heute frieren die Kalifornier. Es sind nur etwa 20 Grad. Ich finde es angenehm.
Werde heute noch eine Shoppintour ohne Tantchen machen.

Das ist mein Outletcenter in der Wüste. Nur ein kleiner Ausschnitt eines sehr großen Areals. Heute ist Timberland dran. Brauche feste wasserichte Schuhe, wenn ich mit Mischka wieder trainiere.

Samstag, 10. Oktober 2009

Huhu

Wider Erwarten habe ich ein ständiges Funknetz. Irgendein Nachbar leiht es mir unbewußt.
Mischka hat mein Verschwinden ganz gut weggesteckt. Er sucht mich im Haus, schaut öfters in mein Bett, ob ich mich vielleicht dort versteckt habe. Außerdem nervt er etwas seinen „Papa“, weil er nun doppelte Aufmerksamkeit und Beschäftigung erwartet. Meine Flaschenbürste kann ganz schön aufdringlich sein.
Er fehlt mir natürlich sehr.
Mit meiner Kamera versuche ich nicht die typischen kalifornischen Klischees einzufangen. Die gibt es. Mehr als kitschig! Aber die habe ich schon so oft bei meinen fast jährlichen Besuchen fotografiert. In diesem Jahr werde ich auch keine größeren Ausflüge machen, denn ich möchte meiner alten Tante ein paar schöne Tage gestalten. Für sie soll es Urlaub sein, einmal nicht tägliche Pflichten durch Haushalt und Grundstück zu haben und außerdem in Gesellschaft zu sein.

Landeanflug Los Angeles. Selten ohne dicke Smogwolke.


Die amerikanischen Stromleitungen in der Wüste faszinieren mich immer wieder...


Fruchtstände der Dattelpalme. Wer sie auf seinem Grundstück hat, kann jeden Tag die "Schweinerei" aufkehren. Noch schlimmer wird es, wenn es in den Pool schneit.


Kurz vor Sonnenaufgang in der Mojave- Wüste


Mit den 9 Stunden Zeitunterschied kämpfe ich noch jeden Morgen. Ich bin viel zu zeitig wach.

Samstag, 3. Oktober 2009

Und Tschüß

...nein, das Licht wird hier nicht ausgemacht.
Tschüß sage ich bis etwa Ende Oktober. Wenn es mir gelingt am Urlaubsort ein Funknetz zu finden, werde ich weiter Tagebuch schreiben. Jedoch ist Mischka nicht die Hauptperson, denn die Flaschenbürste bleibt zu Hause bei seinem Papa.
Um mir die Trennung von Mischka leichter zu machen, freue ich mich auf warmes Wetter, wolkenlosen blauen Himmel und eine geplante Harley Tour auf der Route 66. Nein, ich bin nur der Mitfahrer.*gg* Und eigendlich bin ich auch kein Motorradfreund. Aber eine Harley ist ja auch kein Motorrad, sondern eine Weltanschauung, zumindestens auf der Route 66.