Hallo, hier ist Mischka!
Heute hatte meine zweibeinige Schwester Geburtstag und wir fuhren natürlich zu ihr. Ich musste erst mal im Auto bleiben. In der Wohnung lebt ein alter verrückter Kater, den ich sicher zu Tode spiele, sagte Mama.
Aber sie kam dann bald, um mit mir einen langen Spaziergang zu machen. Umwelttraining nennt sie das. Wir liefen da hin, wo auch an einem verregneten, windigen Sonntag Menschen und Verkehr ist, zum Kudamm.
Ich denke sie hatte Angst, denn sie stellte sich mit mir unter die Bahnunterführung vom Bahnhof Zoo, wo es ganz schön laut ist und von oben immer grummelte. Dann guckte sie mich immer an. Oder sie wollte sich ganz plötzlich in einem U-Bahnhof verstecken. Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, warum sie da mit mir runter ging und wieder hoch auf die Strasse. Über viele, viele große Strassen liefen wir, an der Bordsteinkante mußte ich immer sitzen bleiben. Und ganz viele Hunde sah ich. Aber ich mußte vorbei gehen.
Die Gerüche und Düfte dort in der Stadt fand ich toll und interessant.
Das hier fand ich ja ganz komisch. Da musste ich kräftig bellen.
Eine grüne Kuh? Ja sind die denn in der Stadt plemplem? Das gibt es doch gar nicht!
Mama ist aufgefallen, dass ganz viele Leute sie anlächelten, wenn sie mich prächtigen Kerl ansahen. Viele Flaschenbürsten gehen wohl nicht in Berlin spazieren. Ein junger Penner an der Gedächtniskirche sagte zu meiner Mama: "Ey, Du hast aber einen geilen Hund!"
Ich war ganz schön müde. Mama sagt, ich habe mich vorbildlich benommen, Sie sei stolz auf mich.
Als wir wieder zu Hause waren, fing es an zu schneien. Da musste ich erst mal toben gehen.
Und dann gibt es noch eine Geschichte von einem Igel, den ich heute morgen im Garten fand. Aber das ein anderes Mal.